Schenefeld
Dienstag 06. Januar 2009
 
 
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Schenefeld, Kreis Pinneberg, in direkter Nachbarschaft zur Weltstadt Hamburg gelegen, ist eine junge Stadt: Das Stadtrecht wurde ihr erst am 1. Juli 1972 verliehen.

Das heutige Stadtgebiet liegt jedoch in einem uralten Siedlungsraum.
Der Heimatforscher Martin Mulsow weiß in seiner Schenefelder Chronik von vorgeschichtlichen Funden zu berichten, die eine Besiedlung schon in der Steinzeit nachweisen.
Freilich sind Dokumente, die das Bestehen einer Ortschaft Schenefeld belegen, erst aus viel jüngerer Vergangenheit vorhanden.
Die erste urkundliche Erwähnung Schenefelds datiert aus dem Jahr 1256. Aus ihr geht hervor, daß der Dekan der Hamburger Kirche, Bartoldus, von seinen Besitzungen, die er u.a. in Schenefeld hatte, einen Teil dem Priester der Krypta, eines von ihm gestifteten Vikariats zur Nutzung überweist. Über die Größe Schenefelds, die Zahl der Höfe und die Anzahl der Bewohner ist in der Urkunde allerdings nichts gesagt.

Rund 200 Jahre später finden wir im Pinneberg-Hatzburger Einnahme- und Ausgaberegister von 1464/65 die erste namentliche Erwähnung eines Schenefelder Bürgers: Heyne Hardenbach.

Der schon damals immer umfangreicher werdenden Bürokratie (die sich - wie sollte es anders sein - in erster Linie um des Bürgers Vermögensstand zum Zweck der Steuererhebung kümmerte), verdanken wir für die Zeit ab 1590 einen kontinuierlichen Überblick über die Entwicklung Schenefelds. So wird für das Jahr 1590 die Zahl der Bauernhöfe mit 17 angegeben. Über die genaue Einwohnerzahl allerdings ist bis zur Volkszählung 1803 deswegen nichts auszusagen, weil sich die jeweilige Landesherrschaft vor allem an den steuerpflichtigen Hofbesitzern interessiert zeigte. Familienangehörige und sonstige mittellose Dorfbewohner blieben unberücksichtigt. Für das Jahr 1803 ergibt die Volkszählung eine Einwohnerzahl von 391. Bis zum Jahr 1900 wächst sie auf 909 an.

Die Zeit nach dem 1. Weltkrieg brachte für Schenefeld eine Entwicklung, die auch noch heute weitgehend das Gesicht der Stadt bestimmt. War das Hauptsiedlungsgebiet Schenefelds bis dahin der Dorfbereich an der Straße von Hamburg über Halstenbek, Rellingen nach Pinneberg, also etwa im Bereich der heutigen Hauptstraße, so begann man nach 1918 mit dem Aufbau der Siedlung Schenefeld. Keimzelle der Siedlung waren ehemalige Pulverschuppen des Militärfiskus, die nach dem Kriege zu Siedlungshäusern umgebaut wurden. Die 1922 bezogenen Häuser stehen noch heute an der Friedrich-Ebert-Allee. Seither wurde die Entwicklung Schenefelds wesentlich durch den stetigen Ausbau der Siedlungen mitbestimmt.

Die vierspurig angelegte Landesstraße Schenefeld - Elmshorn trennt beide Besiedlungszentren augenfällig voneinander: Nordöstlich der Straße erstreckt sich der Bereich Siedlung Schenefeld, während das ursprüngliche Dorfzentrum, heute Altgemeinde genannt, südwestlich von ihr liegt.

Nach dem 2. Weltkrieg nahm die Bevölkerung rasch zu, vor allem bedingt durch die Ansiedlung ausgebombter Hamburger und Heimatvertriebener aus den ehemaligen Ostgebieten. Dieser Bevölkerungszuwachs bewirkte natürlich auch eine Veränderung des Charakters der Gemeinde.
Das ehemalige Bauerndorf Schenefeld wandelte sich mehr und mehr zu einem bevorzugten Wohngebiet im Grünen.

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von 1960 bis 1970 legte beredtes Zeugnis ab von der zunehmenden Beliebtheit Schenefelds als Wohnsitz in ruhiger Randlage zur Freien und Hansestadt Hamburg.

Schenefeld hat es aber auch verstanden, seine ehemals rein landwirtschaftlich strukturierte Basis durch die Ansiedlung vieler namhafter Industriebetriebe grundlegend umzugestalten. Dabei ist es weitgehend gelungen, eine Abhängigkeit von konjunkturellen Schwankungen, etwa durch eine zu einseitige Ausrichtung auf einen Gewerbezweig, zu vermeiden. Die Fächerung der angesiedelten Betriebe ist breit und reicht von der Elektronikindustrie über Maschinenbau, Nahrungsmittelherstellung und -vertrieb bis hin zur pharmazeutischen und optischen Geräteherstellung.
Abgesehen von der mit der Gewerbeansiedlung einhergehenden Verbesserung der finanziellen Grundlage der Stadt und der damit verbundenen größeren Leistungsfähigkeit in der Erfüllung ihrer Aufgaben für die Bürgerinnen und Bürger, wurde der Vorteil von wohnungsnahen Arbeitsplätzen erreicht. Für viele ist deshalb Schenefeld nicht nur Wohn-, sondern auch gleichzeitig Arbeitsstätte.

Die steigende Einwohnerzahl brachte für Schenefeld die Verpflichtung mit sich, die Wohn- und Freizeitqualität stets zu verbessern. Heute verfügt die Stadt über alle drei Schularten im allgemeinbildenden Bereich. Die Volkshochschule nimmt sich der Erwachsenenbildung an. Zahlreiche Sport- und andere Interessenvereine bieten eine breite Auswahl an Freizeitbetätigungsmöglichkeiten. Auch profitiert die Stadt in ihrem Wohn- und Freizeitwert von ihrer Nachbarschaft zur Millionenstadt Hamburg, zu der über den Hamburger Verkehrsverbund günstige Verkehrsan-bindungen bestehen.

Das 1991 eröffnete Stadtzentrum lädt als Ortsmittelpunkt mit seinem vielfältigen Angebot zum Kommunizieren, Bummeln und Einkaufen ein. Es stellt neben den bereits bestehenden wohnungsnahen Einkaufsmöglichkeiten an den Knotenpunkten Schenefelder Platz/Lornsenstraße/Friedrich-Ebert-Allee und Gorch-Fock-Straße/Altonaer Chaussee eine sinnvolle Ergänzung des Angebotes zur Deckung des täglichen Bedarfes dar.

Schenefeld ist eine junge, lebendige und zukunftsorientierte Stadt, in der den Belangen des Umweltschutzes in besonderem Maße Rechnung getragen wird. Hier ist es gleichermaßen möglich, die Vorteile einer ländlich geprägten Kleinstadt mit den Angeboten der Großstadt Hamburg auf angenehme Weise zu verknüpfen.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
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